"Es ist wichtig, einzusehen, dass wir in der heutigen Physik nicht wissen, was Energie ist. Wir haben kein Bild davon, dass Energie in kleinen Klumpen definierter Größe vorkommt." 
                                                                                                                                        Richard Feynman



5.0. Lorentz-Transformation

Selbigen Effekt kann man auch bei den Lorentz-Beziehungen für die relativistische Längen- und Zeit-kontraktion  beobachten. Diese sind üblicherweise nur für Geschwindigkeiten v < c aussagefähig. Zur Umrechnung von Beträgen für zwei Bezugssysteme (A = ruhend) und (B = bewegt) in den Größen
Raum (=Länge) und Zeit gelten hier die Beziehungen:



Unter Anwendung des einfachen Pythagoras erhält man ähnliche Ergebnisse wie im vorigen Kapitel: Je stärker die Geschwindigkeit v sich c nähert, desto stärker ist die Längen- bzw. Zeitkontraktion in Bewegungsrichtung des Bezugssystems. Bei Nutzung des dimensionalen Pythagoras fällt wiederum auf, daß der ursprüngliche Maßstab „1“, also die Länge des Radius r = 1, in der Dimension D3 stets unverändert bleibt. Lediglich die Quadrate (v/c)^2 und (T‘/T)^2 in D2 variieren in ihren Größen und Beträgen. 

Abb. 3.4.

Aus der Relativitätstheorie ergibt sich, daß zwei Beobachter (A) und (B) ein Ereigniss in der D4-Raumzeit sowohl zeitlich als auch räumlich unterschiedlich wahrnehmen können.  Dies hängt von den Geschwindigkeiten   v_1 und v_2  ab, mit denen sich die jeweiligen Beobachter (A) und (B)  in ihren Bezugssystemen bewegen. Raum und Zeit sind keine absoluten physikalischen Größen, sondern für verschiedene Beobachter unterschiedlich erfahrbar. Dieses gilt mitlerweile als wissenschaftlicher Standard. Ist z.B. Beobachter (A) in seinem Bezugssystem unbewegt (v=0) und beobachtet dieser ein Ereignis in einem mit v < c bewegten System (B), so wird er andere Angaben zu z.B. Zeitpunkt bzw. Ort eines Ereignisses machen als ein Beobachter in Bezugssystem (B). 

Zur Umrechnung von Beträgen für Raum (=Länge) und Zeit gelten hier die Beziehungen von oben (D, D1, E u. E1).  Im Folgenden sei (A) ein auf der Erde unbewegter Beobachter und (B) das Bezugssystem eines sich mit v = c bewegenden Photons bzw. das Photon selbst (Ich bin mir an dieser Stelle darüber bewußt, daß das Photon „nur“ ein Quantenobjekt ist und das ein Bezugssystem für Photonen mit v=c in D3 nicht definiert ist sowie die Lorentz-Transformation hier üblicherweise nicht angewandt wird. Dies möchte ich an dieser Stelle aber unberücksichtigt lassen und dem Photon das Bezugssystem P = D4-Raum zuordnen).

Die Überlegung ist nun: Egal welche Werte ein Beobachter (A)  durch Messung/Beobachtung für den vom Photon zurückgelegten Weg bzw. die dafür benötigte Zeit ermittelt und in die beiden Formeln (D) und (E) einsetzt, als Ergebnis erhält Beobachter (A) stets L‘ = 0 und T‘ = 0, da v_Phot = c. Im Bezugssystem des Photons wurde „kein Weg“ zurückgelegt und dies in „keiner Zeit“. Daraus resultierend ergibt sich auch „keine Geschwindigkeit“. Hinzu kommt die oben getroffene Feststellung, daß ein Photon nicht über (Ruhe)Masse verfügt da sich ein massetragendes Objekt/Teilchen nicht mit v=c fortbewegen kann. 

Mit anderen Worten: Im Bezugssystem des Photons scheint es weder eine physikalische Größe wie „Zeit“ noch soetwas wie „Raum“, keine „Geschwindigkeit“ und obendrein auch scheinbar keine „Masse“ zu geben. Diese physikalischen Eigenschaften haben Photonen nur in unserem Bezugssystem D3-Raum. Das Bezugssystem des Photons, also seine Realität in der es existiert, scheint komplett unterschiedlich zu unserer zu sein, in der es bekannte Messgrößen wie Raum (=Länge, Höhe, Tiefe), Zeit (in Sekunden, Minuten, Tagen …), Geschwindigkeit (km/h)  und Masse (in KG, Newton) gibt. 

"Keine Masse, Zeit und Geschwindigkeit ohne dimensionalen Raum"

Anders ausgedrückt: Nur dort wo dimensionaler Raum existiert, kann es Zeit und Masse geben. Ein Photon hingegen, das sich immer und überall mit konstanter Lichtgeschwindigkeit bewegt, hat sinnbildlich die gesamte zur Verfügung stehende Energie E_phot = pc in Impuls und Geschwindigkeit „umgesetzt“ (aus unserem Bezugssystem D3 heraus interpretiert). Das Photon hat „keine Energie übrig“ für Raum und Zeit. (Auch u.a. im relativistischen Zwillings-Paradoxon besteht der Umstand, daß der schnell bewegte Zwilling im Vergleich zum Bruder auf der Erde langsamer altert, da für ihn die Zeit langsamer vergeht. Hier sehe ich dieselbe Erklärung als Ursache: Durch die hohe Geschwindigkeit hat sein Bezugssystem weniger Energie für Zeit  und den Prozess des Alterns zur Verfügung.)

Die relativistischen Längen- und Zeitkontraktionen wie im Beispiel beschrieben sind reale Phänomene in unserem wahrnehmbaren D3-Raum der D4-Raumzeit. Sie sind in vielen Experimenten bestätigt worden und ihr Vorhandensein gilt als wissenschaftlich anerkannt. Selbiges gilt für die relativistische Energie-Impuls-Beziehung, bei der ein Teilchen/Objekt mit Ruhemasse immer schwerer wird, je weiter sich die Geschwindigkeit seines Bezugssystems der Lichtgeschwindigkeit annähert. 

Der zu klärende Punkt ist im Folgenden: Wenn alle diese bekannten Phänomene in unserem wahrnehmbaren D3-Raum observabel oder herleitbar sind, und dieser reale physikalische D3-Raum in den obigen Beispielen durch die Quadrate a^2, b^2, (v/c)^2 und (T‘/T)^2 in der Ebene D2 repräsentiert wird, um welchen realen physikalischen Raum mit welcher Dimensionalität handelt es sich dann bei dem Raum, in dem die Quadrate E_Gesamt und  „1“ angesiedelt sind ? Der Raum D(n+1), in dem die Beträge E_Gesamt und „1“ konstant sind, während im Raum D(n) die Teilsummen variieren können ?

All dies berücksichtigend interpretiere ich, daß es sich beim Raum D(n+1) um die physikalisch reale D4 unserer D4-Raumzeit handelt. Im Folgenden weiteres zur Klärung. 



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